Philosophie

Was versteht man unter einem „AKTIVSTALL“?

Unter einen  „Aktiv-Stall“ oder „Bewegungs-Stall“ versteht man ein Stallgebäude mit mindestens zwei Ein-/Ausgängen und direktem Auslauf. Das Stallgebäude wird nur als Ruheraum verwendet, die Fütterung und/oder Tränke sind außerhalb. Zum Einsatz kommt eine 24 Stunden computergesteuerte Abruf-Fütterung. Von dieser offen gehaltenen Kraftfutter-Station aus leitet man die Pferde, mittels eines Klapptores und einer Einbahngasse, ständig auf einen Rundkurs und „bewegt“ (= Bewegungs-
Stall) sie dadurch den ganzen Tag.

Artgerechte Haltung

Unter natürlichen Bedingungen bewegen sich Pferde im Sozialverband bis zu 16 Stunden täglich. Dabei handelt es sich normalerweise um langsame Bewegungen (Schritt) verbunden mit Futteraufnahme.

 

Das arttypische Ruheverhalten sind mehrere Ruhephasen über 24 Stunden verteilt – 80 % davon im Stehen dösend, die restliche Ruhezeit wird in Seiten- oder Bauchlage zugebracht. Der Liegeplatz muss trocken, verformbar und sicher sein. Diese Grundlagen sind im Aktivstall Nürnberg umgesetzt worden.

 

Zur Eingewöhnungszeit, bzw. Integration von neuen Pferden stehen 2 Eingewöhnungsboxen mit vorgelagerter Außenterrasse, für eine erste sichere Kontaktaufnahme mit der vorhandenen Herde zur Verfügung.

Die Fütterung erfolgt über computergesteuerte Futterautomaten sowohl für Kraft- als auch für Rauhfutter. Die Futterstationen und Tränke sind entfernt voneinander montiert und animiert das Pferd dadurch zur eigenständigen Bewegung. Witterungsgeschütztes Reiten für Pensionspferdebesitzer rundet dieses einmalige Angebot ab.

Das Pferd

Haupteigenschaften des Pferdes
Die sechs wichtigsten Eigenschaften des Pferdes sind:
Das Pferd ist ein „Lauftier
Das Pferd ist ein „Dauerfresser
Das Pferd ist ein „Herdentier
Das Pferd ist ein „Wächter
Das Pferd ist ein „Klimawiderständler
Das Pferd ist ein „Frischluftler

Lauftier?

Weil es als Steppenbewohner zur Nahrungssuche und Wasseraufnahme täglich oft mehr als 20 km, meist im Schritt, zurücklegt und sich, durch Flucht, vor seinen engsten Feinden im hohen Tempo und über weite Strecken retten musste. Es entwickelte sich deshalb zu einem hochspezialisierten Lauftier.

Dauerfresser?

Weil es, unter natürlichen Bedingungen, praktisch den ganzen Tag über damit beschäftigt sein muss (hauptsächlich bedingt durch seinen kleinen Magen und sehr langen Darm), Nahrung aufzunehmen, um den notwendigen Futterbedarf zu decken. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben Fresszeiten von mehr als 16 Stunden pro Tag, wobei zigtausendmal Gras und Kräuter usw. abgebissen werden müssen.

Herdentier?

Weil es gerne in kleinen Familienverbänden lebt und dadurch seine sozialen Bedürfnisse gut pflegen kann. Auf der anderen Seite bietet aber das Leben in der Gruppe auch einen beträchtlichen Schutz, weil in ihr eine ständige Bewachung und sichere Abschirmung gut möglich ist.

Wächter?

Weil es, als Fluchttier, nur eine Chance gegenüber seinen Feinden hat, wenn seine Sinnesorgane sehr präzise und fein empfindlich ausgebildet sind. Dann wird es sich auch hervorragend als W ä c h t e r für sich, aber auch für seine Artgenossen in der Gruppe, eignen. Durch erhöhte Wachsamkeit erkennt es drohende Gefahren bereits im Ansatz und kann deshalb notwendige Warnsignale rechtzeitig setzen.

Klimawiederständler?

Weil es, als Steppentier geboren, praktisch keinen Schutz gegen Kälte, Nässe und Wind kennt und es sich in Millionen von Jahren witterungsfeste Mechanismen aneignete/zulegte. Somit kann es gegen alle witterungsmäßigen Unbilden den notwendigen W i d e r s t a n d aufbringen und damit praktisch in allen Klimazonen der Welt gut leben.

Frischluftler?

Weil es, besonders wenn es auf der Flucht ist, enorme Sauerstoffmengen über die Lunge dem Körper zuführen muss, damit dieser die notwendige Schnelligkeit und Ausdauer hervorbringen kann. Da der gesamte Atmungsapparat äußerst leistungsfähig ist (z. B. kann sich die Atemfrequenz auf das Zehnfache erhöhen), ist er auf der anderen Seite auch ziemlich empfindlich und sollte deshalb nur mit möglichst staubfreier, also bakterien/virenarmer F r i s c h l u f t versorgt werden.